Schulden

Atlas der Umverteilung, Kapitel ‚Schulden‘

Neulich traf ich einen gut-situierten älteren Herrn. Er hätte sein Haus längst abbezahlen können, ist aber noch freiwillig verschuldet. Warum? Wegen des Steuervorteils! Man kann in der Schweiz seine Schulden von der Steuer abziehen. Ausserdem ist es für ihn einfacher, kurzfristig an Geld zu kommen, wenn er noch eine Hypothek hat.

Doch was heisst es, wenn jemand Schulden hat, die er von der Steuer abzieht? Es sind Kosten, die uns – der Allgemeinheit – übertragen werden! Wir alle zahlen also mit an seiner Hypothek. Das ist ungerecht gegenüber allen, die selber in Miete wohnen.

Sie tragen die Wohlstandsvermehrung des Hauseigentümers und seiner Nachkommen mit!

Viele ärmere Menschen sind auch verschuldet. Aber bei denen gibt es weder Steuerabzug noch sonst irgendeinen Mechanismus, mit dem sie die Situation zu ihrem Vorteil umdrehen können. Sie blechen und blechen, und die Zinsen landen direkt und ohne de-fakto Subvention bei den Reichen.

Wenn Sie arm und verschuldet sind, dann sind Sie nicht – wie die Lügner da oben oft suggerieren – eine Zecke am Bein der Gesellschaft. Nein, Sie sind unser Rückgrat. Schuldner sorgen dafür, dass überhaupt Geld existiert. Aber es gäbe auch Geld, das Schuldenfrei in Umlauf kommt.

*-*-*-*

p.s.

Findet Ihr es nicht komisch, wie viele teure Wohnungen gebaut werden, und wie wenig günstige – und wie schnell diese dann alle verkauft werden, trotz des Mega-Preises? Ich necke manchmal die Bauarbeiter: wer von ihnen wird in diesem Haus wohnen das sie hier bauen?

(Antwort: „Keiner, hau ab mit Deinen Fragen!“)

Das Stichwort lautet ‚Gentrifizierung‘ – google das mal!

…womit noch nichts gesagt ist über die Art und Weise wie gebaut wird. Man kratzt Tonnen Sand vom Meeresboden, und tötet dabei lauter Wesen, die keinem je ‚was böses taten, macht daraus Beton, und dann giesst man es ohne Liebe in die Formen für Böden, Wände und Tiefgaragen. Das Werkzeug zur Festigung der Mischung ist ein grosser Vibrator (kein Witz!) genauso wie die Rüttelplatten und Oszilatoren mit denen wir jetzt unsere Strassen bauen. Muss nicht zusammenhängen, aber kurz nachdem hier ein Kreisverkehr gebaut wurde, ist ein Baum auseinander gefallen, und ein anderer im Windli umgekippt.

Wenn ich die Zeit und das Geld hätte, ein neues Haus zu bauen, dann 1. am liebsten ohne Schulden, und 2. ein ‚Earthship‘, siehe google!

3. Ist etwas vom Wichtigsten, um Energie zu sparen, jetzt „the weatherization of homes“, auf Deutsch: die Anpassung der Häuser an das jeweilige Klima. Chomsky in ‚Masters of Mankind‘ – PEACE

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