Steuergerechtigkeit

Eine Zehnjährige versteht: in einer wahren Demokratie wäre es ein Vergnügen, Steuern zu zahlen. „Es ist der Tag an dem wir zusammen das kaufen, worauf wir uns geeinigt haben.“ (N.C.)

 

Stattdessen haben wir das Steuersystem zum Sport gemacht, wo der gewinnt, der…

…am wenigsten zahlt,

…am meisten Mittagessen oder sogar Puffbesuche über die Unternehmensbilanz laufen lässt,

…umgekehrt Steuergeld direkt vom Volk in seine Kassen lenkt!

 

Amazon kassierte so X Millionen, um sich in einer deutschen Stadt XY niederzulassen, Nokia auch. Wenn das Geld aufgebraucht ist, ziehen sie weiter wie Heuschrecken. Die Regierungen mögen’s, weil das Volk so beschäftigt bleibt. Gott bewahre uns davon, wenn man solche Batzen einfach direkt dem Pöbel ausbezahlen würde, z.B. als bedingungsloses Grundeinkommen.

 

Irland senkte die Steuern (natürlich nur für Unternehmen) so sehr, dass jeder Grosskonzern am Ball zu bleiben dorthin ziehen MUSSTE. Das Resultat Eurokrise war eine ‚Externalität‘.

 

Die Lösung ist in diesem Falle besonders einfach: Steuergerechtigkeit! Leider sind sind wir aber geeicht, Steuern zu hassen – auch die Steuern der Konzerne, von denen wir profitieren würden. Hat man aber einmal gelernt, die Matrix zu durchschauen, macht das Polit-Leben Spass. Man hört einen Lobbyisten von „Arbeitsplätzen“ reden, und übersetzt schon innerlich für sich „Aha, der will hier bessere Bedingungen für seine Investitionen.“ Oder man geht in die Ferien nach Süditalien, kauft fleissig schwarz ein („senza scontrino“) wie immer, weiss aber im Hinterkopf: „Das ist für mich im Moment gut, aber wenn ich das kann, kann’s der mafiöse Berlust-coni Mafioso leider auch. Also müssen wir uns längerfristig für Steuergerechtigkeit einsetzen. Denn er hat mehr!“

 

Dieser Blog himmelstor entstand aus facebook.com/DasLiebeGeld. DasLiebeGeld begann mit einer kleinen Post zum Thema Steuerdaten-CDs. Im Prinzip ging es also damals schon um Steuergerechtigkeit. Was ich damals in meiner Naivität noch nicht wusste: es gibt sehr gute Organisationen, die schon seit vielen Jahren sich genau dafür einsetzen, z.B. Tax Justice Network.

 

Stand der Dinge jetzt: Die reichen Staaten (OECD) scheinen sich darauf geeinigt haben, automatisch fair zu spielen (Informationsaustausch). Jetzt muss man nur noch schauen wie lange sie dafür brauchen, und wie viele Ausnahmen sie für ihre Business-Freunde einbauen.

 

Mit dem Info-Austausch wäre ein Schritt getan, aber das ändert immer noch nichts an Unternehmen allgemein (siehe Kategorie Inc. = ?) und ihren schlüpfrigen Vorteilen. Auch scheinen Externalitäten sich im Moment leider eher noch zu verschlimmern, siehe z.B. Fracking (Gift in den Boden spritzen, um noch die allerletzen Fossilen Brennstoffe in Lärm und Abgase verwandeln zu können) und wie die Atomkraftwerke, nachdem sie Jahrzehntelang Millionen scheffelten, jetzt offiziell den schwarzen Atommüll-Peter abzugeben versuchen.

 

Wer draus kommt weiss: Kohle scheffeln geht am leichtesten wenn man die Arbeit da erledigen lässt, wo das Volk am ärmsten und verzweifeltsten ist, und die Gewinne da anfallen wo es am günstigsten ist. Ein viel versprechendes Mittel dagegen hat Italien mit der ‚google tax‘ versucht. Es geht darum, zu schauen wo die Firma Umsatz macht, und dann den Gewinn entsprechend zu verrechnen. Der Fachbegriff dazu lautet „apportionment“. Innerhalb der USA wird das schon lange so gemacht – wohlgemerkt nur innerhalb, und nur bis zum wundersamen Schlupfloch Delaware!

Bild: cms.iuf.org

Bild: cms.iuf.org

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