Glossar Gate

Korrespondenz von MK für DasLiebeGeld mit der Schweizer Nationalbank, beginnend mit OFFENER MAIL, siehe Abbildung 2 unten:

Frage DasLiebeGeld (DLG):
„Warum fehlt ‚Geldschöpfung‘ im neuen SNB-online Glossar (Wörterliste)?“
Antwort Schweizer Nationalbank (SNB):
„Wir haben zwei Glossare, im einen steht’s drin.“

DLG: Aha, ja, da ganz unten an der Seite führt der Link zum alten Glossar. Aber warum fehlt es im neuen Haupt-Glossar?  Ist Geldschöpfung nicht wichtig?
SNB: Es sind 2 Glossare, die leicht unterschiedliche Zielgruppen bedienen.

DLG: Danke, aber das ist keine Antwort. Und was heisst ‚unterschiedliche Zielgruppen‘? Eine soll Geldschöpfung kennen, und eine nicht?
SNB: Nein, so unterschieden wir nicht. Ihre Interpretation ist abstrus.

DLG: ‚Abstrus‘ hat was. Helfen Sie mir doch. Erklären Sie’s mir wie einem Kindergärtner.
Bitte auch die 2. Frage der offenen Mail (Bilanzerweiterung) beantworten.
SNB: Bricht einseitig den Kontakt ab. 

Wie Geldreform jetzt! berichtet, hat ausgerechnet dieser SNB-Mensch in einer früheren Tätigkeit die Finanzkrise mit mangelndem Allgemeinwissen in Verbindung gebracht. Grosser Pluspunkt für diese Äusserung! Schade hat ihm die SNB jetzt einen Maulkorb gekauft.

Happy End…
Nachdem (?) u.A. Timetodo.ch und Zeitpunkt berichteten, erscheint der erste Begriff nun doch im neuen Glossar. Bilanz-Ausdehnung fehlt hingegen bis heute in beiden.

…oder doch nicht?
Der neue Glossar-Eintrag ist irreführend. „Die SNB kann zum einen dank ihres Notenmonopols Geld schöpfen“ impliziert, dass die Herstellung von Bargeld gleich Geldschöpfung sei. Frische Banknoten und Münzen gehören aber nicht einmal zur Geldmenge. Sie sind WERT-los!

Abbildung 1, siehe umkreiste Textstelle. Darum ist der neue Glossar-Eintrag unserer Zentralbank höchst irreführend:

Source: wikipedia "money supply"

Abb. 1: wikipedia „money supply“

Das Geld, welches die Noten und Münzen später repräsentieren, wurde zuvor schon als Giralgeld erschaffen. Die SNB nutzt also die Doppeldeutigkeit des Wortes „schöpfen“. Hier, im Sinne von „herstellen“, und NICHT im Sinne von Geldschöpfung!

(Wir nörgeln nicht gerne, ohne konkrete Lösungsvorschläge anzubieten. Wäre vielleicht „bereitstellen“ ein besseres Wort?)

Man muss schon ein guter PR-Mensch sein, um so zu kommunizieren. Da können wir von der SNB lernen! Wenn meine Freundin sich nächstens beklagt, ich täte nicht mehr mit ihr schlafen, antworte ich ganz unschuldig „Aber Schatz, hab‘ ich doch erst grad gestern …von elf bis halb sieben!“

===

Zur unbeantworteten Frage von Eco (siehe Abb. 2) fehlt bis heute jede Äusserung. Fairerweise muss man aber anmerken, dass sie in den SNB-Texten implizit beantwortet wird, und zwar mit „Ja, indirekt“. Dennoch bleibt es fragwürdig. Vor allem jetzt, da das Multiplikator-Model bröckelt!*

_______
Erzählerisch adaptiert. Alle Namen der Red. bekannt.
Sachverhalt erstmals bei fb-DasLiebeGeld am 24.4.2013 publiziert.
Offene Mail an SNB ebenda am 30.4.2013

============

SNB-Links zu Geldschöpfung:
http://www.snb.ch/d/welt/glossary/g.html (alt)
http://www.snb.ch/de/system/glossary#_G
(neu, urpsr. ohne Geldschöpfung, inzwischen ergänzt.)

Anm. WARUM BILANZAUSDEHNUNG EIN WICHTIGES THEMA IST:
Chef der Nationalbank Thomas Jordan sagte (wir zitieren wieder mal aus dem Gedächtnis, die Sendung ist im Original-Mail erwähnt, siehe Abb. 2) „Wenn die Gold-Initiative angenommen würde, bekämen wir Probleme, denn es würde die Bilanzausdehnungen erschweren, die wir jetzt beispielsweise für den Euro-Mindestkurs machen.“
Die Gold-Initiative wurde abgelehnt, was wahrscheinlich gut ist. Unser Gold bleibt zum Teil im Ausland, was sehr vertrauensvoll ist. Und der Mindestkurs beteiligt die Schweiz weiterhin am Schicksal des Euro! Bilanzausdehnung ist sowohl in privaten Geschäftsbanken, wie in Zentralbanken das essentielle Mittel der Geldherstellung.

Abb 2: screenshot der offenen Mail 30.4.2013

Abb. 2: screenshot der offenen Mail 30.4.2013

Abb 2: "Beweisphoto" 2013-04-29

Abb. 3: „Beweisphoto“ 2013-04-29 – Geldschöpfung fehlt!

Diese Post erscheint in der Kategorie „Atlas der Umverteilung“, da die Geldschöpfung eine so zentrale Rolle spielt. Die verworrenen Zusammenhänge der unterschiedlichen Geldmengen, so lottrig und unhaltbar sie auch scheinen – zusammen ergeben sie für die Umverteiler ein verlässliches Gebilde. Gerade weil die Situation unklar ist, können sie mehr riskieren und auch mehr verdienen, „gerettet“ durch die Gratisversicherung TOO BIG TO FAIL.

* Siehe Seite 2 des PDF von Banken in die Schranken „Wie Banken (nicht) funktionieren“

Updated 12.6.2016, Links zur SNB funktionieren nicht mehr, zumindest nicht im Smartphone. Der neue, irreführende Eintrag zu Geldschöpfung steht unter G im folgenden Link http://our.snb.ch/de/lexicon/

Zur ganzen ECO-Sendung im SRF (Schweizer Staatsfernsehen), hier klicken http://m.srf.ch/news/wirtschaft/braucht-es-ein-neues-geldsystem runter scrollen, und Videobild einmal verschieben auf 2/2.

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